Neues nachhaltiges Forstmodell als Basis eines profitablen Geschäftsbereichs Drucken E-Mail
10. Oktober 2006
Die Partnerschaft mit Forest Trends und der International Finance Corporation führt zu einer erfolgreichen Diversifikation in der nachhaltigen Waldwirtschaft

Zürich und Washington, DC, 10. Oktober 2006 – Precious Woods, ein Pionier in der nachhaltigen Forstwirtschaft, kündigte gestern ihren Eintritt ins ETS (European Emissions Trading Scheme) an mit zwei Vertragsabschlüssen über den Verkauf von 770’000 Tonnen CERs (Certified Emission Reductions). Die Emissionszertifikate stammen aus einem Bioenergie-Projekt der Gruppe in Brasilien. Durch die Erweiterung des Holzgeschäfts mit Stromerzeugung aus Biomasse und dem Verkauf von CO2-Emissionszertifikaten an Kyoto-Unterzeichner-Länder, erwartet Precious Woods einen kontinuierlichen Jahresumsatz von 2–3 Mio. USD.

Der „Multiple Asset Approach“ wurde durch die Business Development Facility von Forest Trends entwickelt, einer internationalen Non-Profit Organisation, die eine Wertsteigerung des Waldes zu Gunsten der Gesellschaft anstrebt. Das Projekt wurde durch die International Finance Corporation finanziell unterstützt. Die Business Development Facility von Forest Trends hilft Forstunternehmen von einem „Single Asset Approach“, bei dem Holz als einziger realer Wert der Wälder betrachtet wird, auf einen „Multiple Asset Approach“ umzusteigen. Dabei werden die Einkünfte aus dem Wald durch Einbezug von Dienstleistungen und Nichtholzprodukten des Waldes, die eine höhere Rendite generieren können, diversifiziert. Dieser diversifizierte Ansatz hat weitere Vorteile. Er trägt zur Erhaltung der Biodiversität bei, bringt einen Mehrnutzen für die lokale Bevölkerung, führt zu einer Aufwertung des Landes, zur Reduktion von Risiken und verbessert das Bild in der Öffentlichkeit. Der Ansatz unterstützt die Etablierung und Förderung neuer Standards für die nachhaltige Waldbewirtschaftung, insbesondere in Entwicklungs- und Schwellenländern.

„Die Ausrichtung auf Ökosystem-Dienstleistungen, Nichtholzprodukte des Waldes und andere Einnahmequellen hat sich als äusserst erfolgreich herausgestellt“, sagt Andres Gut, Verwaltungsratspäsident von Precious Woods.

Precious Woods Amazon liefert das Abfallholz aus ihrer Sägerei direkt an ein lokales Kraftwerk, von dem sie im Juni 2005 einen 80%-Anteil erworben hat. Durch die Substitution von Diesel durch erneuerbare Biomasse werden CO2-Emissionen reduziert und es können auf der Grundlage des Clean Development Mechanism des Kyoto-Protokolls Emissionsrechte generiert werden. Zusätzliche Emissionsreduktionen können durch die Verhinderung von Methan-Emissionen, die beim Verfaulungsprozess des Restholzes entstehen, sowie durch die Verhinderung des Dieseltransports in den Staat Amazonas erzielt werden. Das Projekt wird über eine Zehn-Jahres Periode mehr als 1.4 Mio. Tonnen CO2-Emissionen neutralisieren. Precious Woods erhielt vom CDM Executive Board im Mai die Zulassung und am 15. September 2006 hat die UNO Klimabehörde UNFCCC dem BK Energía Itacoatiara Projekt 512'385 Emissionsreduktionszertifikate ausgestellt. Precious Woods hat Verkaufsverträge für über 50% der erwarteten Produktion bis 2012 unterzeichnet.

Für Michael Jenkins, Präsident von Forest Trends, zeigen „die eindrücklichen Resultate, dass alternative Einkommensquellen aus den Waldökosystemen erschlossen werden können, die der lokalen Bevölkerung und Umwelt nützen und gleichzeitig auch einen positiven Beitrag zur globalen Umweltentwicklung leisten.“

Die Stromverkäufe aus dem Bioenergie-Kraftwerk und die Verkäufe von Emissionszertifikaten werden bei Precious Woods im Jahr 2006 zu einem zusätzlichen Umsatz von rund 10 Mio. USD führen. Darin eingeschlossen sind auch Verkäufe von Emissionszertifikaten in Höhe von 1 Mio. USD aus Wiederaufforstungsprojekten in Costa Rica und Nicaragua. In ihrem Carbon & Energy Geschäftsbereich erwartet Precious Woods für das ganze Jahr 2006 einen Nettogewinn von über 5 Mio. USD.

Das Kraftwerk versorgt ein abgelegenes Gebiet im Staat Amazonas mit Strom und bildet eine zuverlässige Stromquelle im brasilianischen Netzwerk. Gegenwärtig beliefert es die 70'000 Einwohner der Stadt Itacoatiara mit Strom.

„Es ist uns ein grosses Anliegen, beim Aufbau von erfolgreichen, profitablen Geschäftsmodellen in der nachhaltigen Waldwirtschaft mitzuhelfen“, sagt Rachel Kyte, Direktorin des Environmental and Social Development Department des IFC. „Wir benötigen mehr kreative Finanzprodukte, die Wälder unter Berücksichtigung ihrer mehrfachen Nutzbarkeit bewerten und Finanzierungsquellen für die nachhaltige Waldwirtschaft bereitstellen. Unsere Zusammenarbeit mit Forest Trends und Precious Woods hat zu einer erfolgreichen Lösung geführt. Wir hoffen, dass dieses und andere Modelle überall auf der Welt eingeführt werden. Der IFC ist sehr bestrebt, mit Unternehmen und Gemeinden zusammenzuarbeiten, die sich der legalen und nachhaltigen Waldwirtschaft verschreiben.“

Precious Woods

Precious Woods ist ein Pionierunternehmen in der nachhaltigen Forstwirtschaft. Das Unternehmen ist eines von wenigen börsenkotierten Forstunternehmen mit Forest Stewardship Council Zertifikaten, das in den Tropen tätig ist. Es war das erste Unternehmen im Amazonas, das die FSC-Zertifizierung erhalten hat.

Precious Woods wurde 1990 gegründet und begann mit der Wiederaufforstung von ehemaligem Weideland in Costa Rica mit Teak und verschiedenen einheimischen Arten. 1994 kaufte das Unternehmen 80’000 Hektaren Wald im Amazonas und begann zusätzlich mit der nachhaltigen Bewirtschaftung von bestehendem Wald. Seither hat Precious Woods zusätzliches Land in Brasilien, Costa Rica und Nicaragua dazugekauft und bewirtschaftet derzeit rund 530'000 Hektaren Wald. Weitere Informationen finden sich unter www.preciouswoods.com.

Forest Trends

Ziel von Forest Trends’ Business Development Facility (BDF) ist es, zu zeigen, dass die nachhaltige Forstwirtschaft unter Berücksichtigung verschiedener Einnahmenquellen – über Ökosystem-Dienstleistungen, Nichtholzprodukte des Waldes bis zu Ökotourismus – verbunden mit schonenden Erntemethoden, der Nutzung des Restholzes und der Promotion weniger bekannter Arten profitabler ist als konventionelle Forstwirtschaftsmodelle und zudem einen weit grösseren ökologischen und sozioökonomischen Nutzen hat.

Der BDF bietet Waldbesitzern (Unternehmen und Gemeinden) in Entwicklungs- und Schwellenländern, die an einem „Multiple Asset Approach“ interessiert sind, technische Unterstützung und Projektmanagement-Dienste an. Der BDF hilft ihnen beim Beurteilen, Identifizieren und Umsetzen neuer Geschäftsideen wie beispielsweise im Bereich CO2-Bindung, Gewässerschutz (für Wasserleistungen), Nachhaltige Nichtholzprodukte des Waldes, Biodiversitäts-Offsets oder Ökotourismus. Durch Ermitteln von Geschäfts- und Finanzpartnern unterstützt der BDF seine Kunden beim Umsetzen von Geschäftsmodellen, die einen bedeutenden Einfluss auf die finanziellen Rückflüsse aus dem Waldbesitz haben können, und weitere Vorteile aufweisen: Erhaltung der Biodiversität, Nutzen für die lokale Bevölkerung, Aufwertung des Landes, Risikoreduktion und positive Öffentlichkeitsarbeit. Weitere Informationen finden sich unter www.forest-trends.org und http://ecosystemmarketplace.com.

International Finance Corporation

Die International Finance Corporation (IFC) ist der Privatsektor-Zweig der Weltbank Gruppe. Sie ist der grösste multilaterale Anbieter von Finanzierungsleistungen für Privatunternehmen in Entwicklungsländern. Die IFC finanziert Investitionen im Privatsektor, beschafft Kapital von internationalen Finanzmärkten, erleichtert den Handel, hilft Kunden bei der Verbesserung der sozialen und ökologischen Nachhaltigkeit und bietet Unternehmen und Behörden technische Unterstützung und Beratung an. Seit ihrer Gründung 1956 hat die IFC bis heute mehr als 56 Milliarden USD aus eigenen Mitteln für Investitionen im Privatsektor in Entwicklungsländern eingesetzt, und hat weitere 25 Milliarden USD im Zusammenschluss mit anderen Kapitalgebern für 3’531 Unternehmen in 140 Ländern bereitgestellt. Mit der Unterstützung von Spendern wurden mehr als 1 Milliarde USD für die technische Unterschützung und Beratungsleistungen eingesetzt. Weitere Informationen finden sich unter www.ifc.org.
 
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