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REDD- Wald einen monetären Wert geben

Eine neue Perspektive öffnet sich für Precious Woods durch die Lancierung des REDD-Kompensations-Systems (Reducing Emissions from Deforestation and Forest Degradation). Ziel dieses Systems ist es, den Kahlschlag und die Zerstörung von Tropenwäldern zu reduzieren, indem Entwicklungsländer für die Erhaltung der Wälder finanziell entschädigt werden. REDD ist ein Modell, das auf der Funktion der Wälder als Kohlenstoffspeicher im globalen Stoffkreislauf basiert. Dem in den Wäldern gespeicherten Kohlenstoff wird durch REDD ein monetärer Wert gegeben. Die genauen Spielregeln für das REDD-Programm müssen jedoch erst entwickelt werden. Dabei stellen sich komplexe Fragen hinsichtlich des Schutzes der Rechte indigener Völker sowie der Kontrolle der Projekte. Ende 2010 wurde an der Vertragsstaatenkonferenz von Cancún (COP 16) eine erste Basis geschaffen. Sie regelt die Aktivitäten, die über das REDD-Programm hinausgehen, indem auch die nachhaltige Forstwirtschaft, der Waldschutz sowie die zusätzliche Kohlenstoffbindung miteinbezogen werden, für die die Entwicklungsländer finanziell entschädigt werden sollen. Diese Aktivitäten werden auch als REDD+-Projekte bezeichnet und laufen seit Ende 2010. Precious Woods prüft für seine FSC-zertifizierten Waldgebiete in Gabun oder Brasilien die Möglichkeit von REDD+-Pilotprojekten.

EUTR/FLEGT – Massnahmen gegen den illegalen Holzschlag

Gemessen am Welthandelsvolumen ist FSC-zertifiziertes Tropenholz noch immer ein Nischenprodukt. Verschiedene Länder haben inzwischen Massnahmen ergriffen, um den illegalen Einschlag sowie den Handel mit illegal geerntetem Holz einzudämmen. 2011 hat das EU-Parlament mit der EU Timber Regulation (EUTR) beschlossen, den Import von illegalem Holz und den daraus hergestellten Produkten ab März 2013 zu verbieten. Die EUTR ist eine Folge des 2003 beschlossenen Aktionsplans Forest Law Enforcement, Governance and Trade (FLEGT). Im Mai 2008 wurde die U.S. Artenschutz- Gesetzgebung aus dem Jahr 1900 – der sogenannte Lacey Act – ergänzt und enthält nun einen Artikel zur Verhinderung illegaler Holzeinschlags-Praktiken. Für den Import in die USA wird seither eine Pflanzen- und Pflanzenprodukte-Deklaration verlangt, welche die Angabe der Gattung, des Artnamens sowie der Herkunft jedes einzelnen Pflanzenproduktes erforderlich macht. Die Legalität der Tropenhölzer bezüglich der Herkunft und des Handels ist eine notwendige Grund¬voraussetzung für die Durchsetzung der Nachhaltigkeitsprinzipien; sie ist aber nicht ausreichend. Die FSC-Zertifizierung geht weit über die Aspekte der Legalität hinaus und umfasst insbesondere auch soziale und ökologische Kriterien.